Passauer Bistumsblatt, Ausgabe vom 1940-11-24. Herausgeber: Archiv des Bistums Passau, Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Passauer Bistumsblatt. Mitteilungsblatt des Bichöflichen Stuhles. Bischöflicher Stuhl Passau, Passau. 5. Jahrgang Nr. 47, 1940-11-24. Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Ausgenommen je 3 Artikel pro Ausgabe, die grün markiert sind und vollständig korrigiert wurden. Das Projekt „Digitalisierung und Onlinestellung des Passauer Bistumsblattes“ stellt eine gemeinsame Unternehmung des Archivs des Bistums Passau, des Lehrstuhls für Digital Humanities der Universität Passau und des Passauer Bistumsblatts dar. Es wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archivs und des Lehrstuhls für Digital Humanities umgesetzt. ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Passauer Bistumsblatt Jahrgang 5 Nummer 47 24. November 1940 Heldentum in der Eismission ─────────────────────────── Heldentum in der Eismission Ein Missionsbischof aus dem hohen Norden Kanadas erzählt: An einem trüben, kalten Winterrag war ich ganz allein auf meiner Mis­ sionsstation. Da kam Plötzlich ein Indianer ge­ laufen und rief: "Pater, ich mutz dich holen. Meine Frau liegt drüben, jenseits des Sees, im Sterben. Sie bittet dich, ihr die Medizin des lieben Gottes (die Wegzehrung) zu bringen." Spracht und war davon. — Ich hatte also einen Weg von etwa 100 Kilo­ meter in Aussicht. Ich nahm meine Reisedecken, einige gefrorene Fische als Mundvorrat und die heiligen Gefätze, schirrte meine Hunde an und fuhr hinaus auf die fest vereiste Fläche des Sees. Gegeu Mittag erhob sich ein Sturm, wie ich keinen ähnlichen jemals erlebt hatte. Windstöße von ungeheuerer Kraft schlugen auf den See, kehrten seine Eisdecke fast spiegel­ blank und wirbelten den Schneestaub ins Ge­ sicht, so daß ich weder atmen noch sehen konnte und wie angewurzelt stehen bleiben mutzte. Der nächste Schneewirbel warf mich zur Erve und führte Hunve und Schlitten mit sich fort. Schnell befreite ich Augen, Mund und Rase vom beißenden Schnee, stand auf und rief nach meinen Hunden. Kein Laut gab Antwort. Der Orkan schien die armen Tiere verschlungen zu haben und mit ihnen mein Gepäck und nieinen Lebensmittelvorrat. Stundenlang suchte ich nach meinem verschwundenen Schlitten, rief mit dem Aufgebot meiner ganzen Stimme die Namen meiner Hunde — aber alle Anstrengun­ gen blieben ergebnislos. Da stand ich nun mutterseelenallein, verloren inmitten des schier endlosen Sees. Ich ver­ suchte, mich zu orientieren. Unmöglich! Das trübe Wetter entzog mir jeden Anhaltspunkt. Mit heißem Gebet bestürmte ich den Himmel, empfahl mich dem Schutze der lieben Gottes­ mutter und meines treuen Schutzengels, und dann schritt ich auf gut Glück vorwärts; pein­ lichst achtete ich daraus, daß ich mich nicht im Kreis bewegte, denn sonst war in dieser Eis­ wüste alles verloren. Nach einem mehrstündigen Ankämpfen gegen den wilden Sturm fühlte ich mich völlig er­ schöpft. Ich hatte Durst — aber nichts zu trin­ ken; ich hatte Hunger — und nichts zu essen. Instinktiv durchwühlte ich meine sämtlichen Tasche» — und siehe da: was fand ich? Ihr erratet es nicht! — Ein Päckchen Kerzen, das sich durch Gottes Fügung in die Manteltasche verirrt hatte. Das war meine Rettung. Um meinen Hunger zu stillen, knapperte ich die Hälfte einer Kerze herunter und setzte meinen Weg fort. An eine Ruhepause, und wäre es auch nur für eine Stunde, durfte ich nicht denken. Ohne Unterschlupf, ohne Decken bei diesem entsetzlichen Unwetter, — das wäre der Tod, der sichere Tod! So schleppte ich mich denn weiter. Meine Beine begannen zu streiken. Bald suhlte ich mich am Ende meiner Kraft. Mutlosigkeit würgte an meinem Herzen. So lang wie ich bin, legte ich mich auf das gefro­ rene Leichentuch des Schnees und rief mit dem Propheten Elias: "Herr, laß mich hier sterben, denn alle Quellen meines Lebens sind er­ schöpft!" "Ist ja nicht wahr! Du kannst noch weiter!", sagte mir eine innere Stimme. Ich erhob mich, aß noch ein Stück Kerze und nahm meinen Marsch wieder aus. Zehnmal, zwanzigmal ver­ sagten meine Knie; ich fiel aus die Hände und ließ meine Stirne ein Weilchen ruhen auf dem todbringenden Schnee. "Ach, Gott, das ist mein Ende! Vater, in deine Hände empfehle ich mei­ nen Geist . . . Ich kann nicht mehr!" Und wieder drängte die innere Stimme: Du kannst dennoch! Ich dachte an den Weg meines Heilandes aus den Gipfel von Kalvaria. Zehn­ mal, zwanzigmal falle ich nieder; zehnmal, zwanzigmal begann ich wieder meinen Kalva­ rienberg. Zwei Tage und zwei Nächte kämpfte ich Vie­ sen entsetzlichen Kampf mit der herzlosen Natur­ gewalt um mich und der erdrückenden Schwäche und Mutlosigkeit in mir. Gott sei Dank! End­ lich hatte ich den See hinter mir und stand am Rande eines Waldes, wo eine Jndianerhiitte mir Schutz und Rettung bot. Eucharistischer Weltgebets- und Bußtag ────────────────────────────────────── Eucharistischer Weltgebets- und Bußtag Wie wir schon kurz mitteilten, hat Papst Pius XII. durch ein Apostolisches Schreiben angeordnet, daß der nächste Sonntag, 24. No­ vember, in der ganzen katholischen Welt als eucharistischer Gebets- und Bußtag begangen werde. Alle Gläubigen des Erdkreises, Priester wie Laien, sollen mit dem Papst zusammen einen unermeßlichen Chor von Betern bilden, der zum Himmel dringend uns die Gunst und Barmherzigkeit Gottes erfleht. Der Papst er­ wartet außerdem, daß sich zu diesem frommen Gebetssturm auch Werke der Buße gesellen in der Weise, daß alle Christen ihr Leben bessern, indem sie es mit dem christlichen Sittengesetz mehr als bisher in Einklang bringen. Das sei zweifellos auch gefordert durch die gegenwär­ tigen Bedrängnisse und vielleicht in Zukunft noch drohenden Gefahren, gefordert auch durch die göttliche Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, die wir uns geneigt machen können. Weil es nichts Geeigneteres gebe, uns die Majestät Gottes günstig zu stimmen, als das hl. eucharistische Opfer, wünscht der Hl. Vater, daß alle Diener des Altares bei der Feier der hl. Messe an diesem Tag sich geistigerweise mit ihm ver­ einen in derselben Opfermeinung. Als gemeinsame Meinung für alle Gebete, Opfer und Bußwerke des genannten Tages bestimmt der Papst: 1. Die Erlangung der ewigen Ruhe für alle Christgläubigen, die infolge des gegenwärtigen Krieges um das Leben gekommen sind. 2. Die Erflehung himmlischer Tröstungen und Gnaden für alle, die durch die gegenwär­ tigen Kriegsereignisse in Trauer und Leid ge­ stürzt worden sind. 3. Die Herstellung einer gerechten Ordnung in einem wahren Frieden unter allen Völkern der Menschheitsfamilie. In Ausführung dieser päpstlichen Weisungen hat die bischöfl. Behörde für unser Bistum an­ geordnet, daß an diesem Sonntag alle Priester nach der angegebenen Meinung des Hl. Vaters das hl. Meßopfer feiern. Dazu wird in allen Kir­ chen in den Vormittagsstunden das Allerheiligste in der Monstranz zur Anbetung ausge­ setzt werden. Zu einer geeigneten Nachmittagsstunde sollen in allen Pfarreien vor ausgesetz­ tem Allerheiligsten feierliche Bittandachten stattfinden, bei der auch ein Gebet für Volk und Vaterland und um einen für unser Va­ terland siegreichen Ausgang des Krieges ein­ gefügt wird. Alle Gläubigen des Bistums werden zu einer möglichst vollzähligen Teil­ nahme an den bezeichneten Veranstaltungen herzlich eingeladen und nach dem Willen des Hl. Vaters auch zur Leistung freiwilliger Buß­ werke im Sinn der religiösen Lebensbesserung ermuntert. ABC DES GLAUBENS ──────────────── ABC DES GLAUBENS Chor hat im kirchlichen Sprachgebrauch eine doppelte Bedeutung: Entweder bezeichnet man damit den durch Schranken vom Schiff getrennten Raum für Altar und Klerus (= Presbyterium) oder den Platz für Orgel und Sänger (= Empore). Christentum die von Jesus Christus gestiftete Religion, der Inbegriff seiner Lehren und Gebote zum Heil der Menschheit. Seine Grundwahrheiten sind die Lehren vom Dreieinigen Gott, von der Gottheit Christi und seinem Erlösungswerk, sein Grundgesetz ist das Gebot der Liebe und der Nachfolge Christi. Das Christentum ist nicht bloß eine Entwicklungsstufe der Religionen, sondern Abschluß und Vollendung der Offen­ barung Gottes an die Menschheit, daher die einzig wahre allgemeine Religion. Der Hauptunterschied zwischen Christentum und allen anderen Religionen ist: Christus lehrte die Menschen den wahren Vatergott erkennen, des­ sen Kinder wir alle sind, bezw. durch die Er­ lösung in höherem Sinn noch werden; er lehrte weiter die Menschheit den wahren Wert der Menschenseele schätzen und schützen. Daß das Christentum wirklich von Gott selbst stammt, beweist neben der Göttlichkeit seines Stifters Jesus Christus auch die Geschichte seiner Aus­ breitung trotz der schwersten Kämpfe und die allseitige Erneuerung, die es der Welt gebracht hat. Ein "dogmenloses" Christentum, wie es vielfach die Neuzeit will, d. h. ein Glaube an Christus als Edelmenschen ohne Anerkennung seiner Lehren (Dogmen), ist undenkbar und ein Widerspruch in sich. Niemand wollte der Dieb sein! In einer Stadt in G. war der Laden eines Goldarbeiters ausgeraubt worden. Am nächsten Sonntag sprach der Ortspfarrer in seiner Predigt: "Falls heute derjenige in der Kirche sein sollte, der in der vergangenen Woche den Laden des Goldarbeiters ausgeraubt hat, der lege ja nichts in den Klingelbeutel, wenn der Mesner sam­ meln geht!" — Während früher beim Gottes­ dienst die Gaben für kirchliche Bedürfnisse immer sehr spärlich flössen, brachte diesmal der Mesner eine erstaunliche Summe Geldes zu­ sammen. Denn niemand wollte in den Verdacht kommen, er sei der Dieb gewesen. + Schriftworte für die Zeit ─────────────────────────── + Schriftworte für die Zeit Die elf Junger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieben hatte. Als sie ihn sahen, beteten sie ihn an, einige aber zweifelten. Da trat Jesus auf sie zu und sprach zu ihnen: "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin ü b lehret alle Völker und taufet sie Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes I Und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe. Seht, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!" Schluß des Matthäusevangeliums. Wie helfen wir üer Weltmission? ────────── bereuen Treue, der gemeinfchaftsbewußten Eintracht, des einsatzwilligen Opfersinns und des geschärten Bewußtseins der Verantwort­ lichkeit um die MUaienschen. Von der katholi­ schen Religion geht eine wunderbare, die See« len einigende und Mitreißende straft auv, }te avelt die Arbeit, zumal, wenn sie im Dienste Ber Gemeinschaft und des Vaterlandes geleistet luirD. Sie macht aus der getreulichen Erfüllung der Berussaufgaben eine Art Gottesdienst, ja, sie hebt den Menschen, der ein tapserer und tüchtiger Arbeiter seilt will, auf die höchste Stufe menschlicher Daseinserfüllung: indem sie ihm zeigt, daß er durch sein Schaffen ein Mit­ arbeiter und Gehilfe des Schöpfcrgottes wird und daß er hierdurch — und nur hierdurch — das Ebenbild Gottes in sich verwirklicht. Und indem die Religion den Opfersinn fordert und den Geist der unverbrüchlichen Treue, ruft sie in ihren Bekennern die Kräfte hervor, die im­ stande sind, die Well immer wieder neu gestal­ ten zu helfen. ────────── Jakobiner! Das ist köstlich!" Der Hausverwalter verdreht vor Vergnügen die Augen. "Sie kön­ nen aber köstlich scherzen, Herr, Verzeihung! Bürger Jakobiner! Das ist der beste Witz, den ich seit langem gehört habe! Den muß ich meiner Frau erzählen!" "Na, ist schon gut!" knurrt der Jakobiner. "Wollte es Ihnen aber auch nicht geraten haben. Die Guillotine hat ein verdammt scharfes Mes­ serchen!" "Aber Sie scherzen ja schon wieder» Bürger! Sie sind ein köstlicher Spaßvogel, Ehrenwort, Bürger Jakobiner!" Der scheint sich nun wirklich beruhigt zu haben und torkelt nach einem Grußgemurmel die Treppe hinab. Sorgsam verriegelt der Verwalter wieder die Türe zu seiner Wohnung. Dann geht er in eine angrenzende Kammer, in der ein Greis ihm entgegentritt. "Ehrwürdiger Herr", sagt der Ver­ walter leise. "Es ist gut, lieber Freund, ich habe alles gehört!" antwortet der andere ernst. "Ich werde von hier fortgehen!" — "Aber ehrwürdi­ ger Herr!" wehrt der Verwalter erschrocken, "das werden Sie nicht tun! Sie sind hier siche­ rer als in Abrahams Schoß. Es wird im Ernst keiner der Revolutionshelden glauben, daß sich ein Eidverweigerer ausgerechnet in ihrem Klub­ haus verborgen hält! Sie können wirklich ohne Sorge sein!" "Nicht um mich mache ich mir Sorge", lächelt müde der Greis. "Aber ich darf Sie nicht in Gefahr bringen. Sie haben Frau und Kinder!" "Gerade deshalb darf ich Sie nicht gehen las­ sen!" erwidert der andere entschieden. "Müßte mich ja vor meinen eigenen Kindern schämen!" — "Mso gut, ich bleibe!" sagt der Greis nach kurzem Zögern und streckt dem andern ergriffen die Hand entgegen. In den: Augenblick aber pocht es wieder gegen die Flurtür. Als der Vertvalter auftut, sieht er einen jungen Menschen draußen stehen, der eine lange Wanderung hinter sich zu haben scheint. Seine Kleider sind arg bestaubt, Gesicht und Haltung des Fremden zeugen von erdulde­ ten Strapazen. Doch sein Auge glänzt. "Ihr scheint weit her zu kommen", sagt der Verwalter freundlich, "tretet ein und erfrischt Euch ein wenig!" Der andere aber schüttelt müde den Kopf, schaut den Verwalter einen Augenblick prüfend an, dann kommt es leise über seine Lippen: "Wohnt hier Monseigneur de Bonnal, der Bischof von Clermont?" — "Aber wie könnt Ihr denken . . . ?" stammelt der Verwalter erschrocken, während sein Gesicht jäh erblaßt. "Fürchten Si« nichts!" errät der Fremde die Besorgnis des andern. "Ich komme nicht in böser Absicht!" Immer noch zögert der Verwal­ ter, den seltsamen Besucher einzulassen. Da aber tut sich die Türe zur anstoßenden Kammer aus, und der Greis tritt über die Schwelle. "Kom­ men Sie herein, junger Freund", sagt er lächelnd. "Ich bin der Bischof von Clermont!" Da stürzt der Fremde in die Knie und küßt voll Ehrfurcht die Hand des Bekenners. Dann zieht er ein Schreiben aus einer verborgenen Tasche, das er dem Bischof einhändigt. "Von Abbe de Bruneval, dem Generalvikar der Diö­ zese Poitiers", fügt er hinzu. "Er hat mich zu Ihnen geschickt. Ich bitte Sie um die heilig« Priesterweihe." (Fortsetzung folgt.) Im Bereiche der Weltkirche ────────────────────────── Gemälde) befindet sich in der Men Pinakothek in München. Der berühmie Künstler war ein innerlicher Christ. Jeden Tag im Sommer wie im Winter stand er früh fünf Uhr auf und besuchte die hl. Messe, bevor er an seine künstlerische Arbeit ging. Ein Sohn von ihm wurde Priester, eine Tochter Klosterfrau. Sein Privatleben war einfach und schlicht. Sein letz­ tes Gemälde war ein Bild des hl. Franziskus. In seinem Testament bedachte er die Kirche und die Armen. kleine kirchliche Nachrichten Der Wallfahrtsort Schaucrbcrg bei Wels beging das 450jährige Bestehen seiner Wall­ fahrtskirche unter Teilnahme einer großen Zahl von Pilgern. Der Gnadenort soll sein Entstehen der plötzlichen Heilung eines vom Kreuzzug krank heimgekehrten Grafen von Pollheim verdanken. — Auf Anordnung des Führers sollen in allen Orten, in denen nachts Fliegeralarm war, mit Rücksicht auf die arbeitende Bevölkerung und die Jugend die Glocken vor 13 Uhr des folgenden Tages nicht geläutet werden. — Eine spanische Handels­ kommission, die zur Zeit Japan bereist, legte in Gegenwart der japanischen Behörden vor dem Denkmal des hl. Franz Xaver in Aamaguchi einen Kranz nieder, um so den größten spanischen Missionar an der Stelle zu ehren, wo er die erste katholische Kirche erbaute. Der feierliche Akt machte aus die Japaner tiefen Eindruck. — Nach einer Statistik der Jesuiten von Schanghai ist die katholische Bevölkerung Chinas in den letzten zehn Jahren um 28 Prozent gestiegen, die Missionskräfte wuchsen um 50 Prozent. — Bei der Einführung des neuen Erzbischofs von Paris, Kardinal Suhard, war nach Mitteilung des St. Hein­ richsblattes die Teilnahme der Katholiken so groß, daß auch noch der Platz vor der Kathe­ drale. Notre Dame mit Menschen gefüllt mar. Der ungehinderte, glanzvolle Verlauf der Feier zeigte den französischen Katholiken, mit welcher Vornehmheit die deutschen Militär­ behörden in der Hauptstadt Frankreichs ihr Amt ausüben. — In Trient verstarb der greise Fürsterzbischof Cölestin Endrici, der 36 Jahre den Hirtenstab dieser Diözese führte. Der ver­ storbene Oberhirte hat auch gegenüber seinen Diözesancn deutscher Zunge stets Gerechtigkeit und Wohlwollen an den Tag gelegt. Seit dem Jahre 1000 hat es in Trient nur 3 Bischöfe gegeben, die über drei Jahrzehnte regierten. — Der kürzlich verstorbene italienische Fuß­ ballspieler Umberto Caligari, eine europäische Berühmtheit, hat sich stets als katholischer Christ bekannt. Er war in einer Schule Don Boskos erzogen worden und ist dem Heiligen zeitlebens ein treuer Verehrer geblieben. — Der Generalpostdirektor von Paraguay hat die Weiterführung von antikatholischen Rundfunk­ vorträgen der Sekte "Zeugen Jehovas" ver­ boten mit der Begründung, daß die allen ge­ währte Kultusfreiheit nicht zur Verächtlich­ machung jenes Glaubens benutzt werden dürfe, der von der Verfassung als offizielle Staats­ religion anerkannt sei. — Wie "Zeit im Quer­ schnitt" mitteilt, dürfen Juden, die keiner Religionsgemeinschaft angehören und die Be­ zeichnung "gottlos" ablehnen, sich nicht als gottgläubig bezeichnen. Sie müssen vielmehr angeben "keiner Religionsgemeinschaft ange­ hörig", damit eine Jnternationalisierung des Bekenntnisses "gottgläubig" als Ausdruck der arteigenen Frömmigkeit des deutschen Blutes verhindert wird. — Unter allen Ländern der Welt zählt das Großdeutsche Reich (einschließ­ lich Protektorat, aber ohne Generalgouverne­ ment), gegenwärtig die meisten Katholiken, nämlich rund 48 Millionen; an 2. Stelle kommt Brasilien mit 45 Millionen Katholiken, den 3. Platz nimmt Italien mit 44 Millionen ein. — Die slowakische Donauschiffahrtsgesellschaft ließ ein neues Donauschiff auf den Namen des Paters Hlinka: "Andrei Hlinka" taufen. — Eine kath. Wochenschrift in den Vereinigten Staaten berichtet, daß die "weltberühmten" Fünflinge, 5 sechsjährige Mädchen, aus der Hund eines Bischofs die erste hl. Kommunion empfingen. Der Hl. Vater hat «ihnen seine» Segen gesandt. Im Bereiche der Weltkirche Vatikanstadt. Im Verlaus des Seligspre­ chungsprozesses des Papstes Pius X. hat die Rilenkongrcgation in diesen Tagen mit der Prüfung der Schriften dieses Papstes begon­ nen. — Ähnlich wie vor einiger Zeit die Jungmädchen haben jetzt auch die Jungmän­ ner der Katholischen Aktion Italiens eine Romfahrt unternommen, in deren Mittelpunkt eine feierliche Messe in St. Peter und die Audienz beim Hl. Vater standen. Über 5000 Mitglieder der männlichen Jugend der Kath. Aktion empfing Papst Pius XII. in der Bene­ diktionsaula zur Prämienverteilung m einem nationalen Wettbewerb für religiöse Kultur und Kirchengesang. Der Hl. Vater hielt an die Pilger eine großangelegte Rede, bei der er mit einer Wärme und hinreißenden Begeiste­ rung sprach, wie sie am Papst noch selten ge­ sehen wurde. Der Inhalt der Ansprache ist auch für unsere katholischen Jungmänner so wichtig, daß wir in nächster Nummer einen größeren Auszug daraus bringen werden. — Im deutschen Campo Santo zu Rom fand am 10. Nov. ein großer Gedächtnisgottesdienst für die deutschen rKiegsgefallenen statt, bei dem der deutsche Militärattache und Vertreter der deutschen Botschaft anwesend waren. Das Kyrie im Diesseits, das Gloria im Jenseits. Der 65jährige Stiftspropst P. Ra­ phael zu Marientlpl in Sachsen starb in dem Augenblick, als er beim Jubiläumshochamt in der Marienkirche zu Zittau nach vollendetem Kvrie eben das Gloria anstimmen wollte. Maler und Christ. 300 Jahre sind heuer seit dem Tode des großen flämischen Malers Peter Paul Rubens vergangen. Er starb 1640 in Steen bei Antwerpen. Ein Teil des unendlich reichen Schaffens des großen Meisters (3000 Kirchliches Leben im Bistum ─────────────────────────── Personalnachrichten Angenommen wurde die freie Resignation des Pfarrers Peter Bretzl auf die Pfarrei Burgkirchen a. Alz ab 1. 1. 1941 unter Aner­ kennung seiner Dienstleistung. Derselbe wird das Spitalbenefizium in Pfarrkirchen überneh­ men. Angewiesen ab 16. 11. Koop. Leopold Jordan von Wallern als 3. Präfekt im bischöfl. Seminar St. Valentin in Passau, ab 1. 12. Koop. Martin Götz von Burgkirchcn a. W. als Koop. in Schöllnach. — Bischof Simon Konrad hat den freires. Pfarrer u. Dekan G. R. Franz X. Sturm von Kirchdorf bei Freising zum Stifts­ kanonikus am Rupertusstift in Altötting er­ nannt. — Verliehen wurde ab 1.12. die Pfar­ rei Haag dem derzeitigen Verweser Georg Bieringer dortselbst. Aus unserem Leserkreis. Den 90. Geburtstag beging Josef Winklhofer, Austragsgütler in Leithen, Pfr. Kirchham, den 80. Geburtstag Paul Mayerhofer, Kirchham. Ewige Anbetung 24. 11. Mariakirchen, 25. 11. Nesselbach, 26. 11. Ering, 27. 11. Malching, 28. 11. Landau-Pfarrkirche, 29. 11. Passau-Niedernburg, 30. 11. AltöttingPfarrkirche. Geheiligte Woche des Christen 24. November, 28. und letzter So. n. Pfingst. (im Meßbuch der 24. So. n. Pfingst.), Gl., Kr., 2. Geb. hl. Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz, 3. hl. Märtyrer Chrysogonus. Dreifaltigkeitspräf. Sonntagsevangelium vom Untergang Jerusalems und vom Weltgericht. Wegen der Feier des Weltmissionssonntags in unserm Bistum beim Hochamt violette Messe um Ausbreitung des Glaubens ohne Gl., mit Kredo, 2. Geb. Sonntag, Dreifaltigkeitspräf., letzt. Evangel. v. So. - Mo. 25. Nov. Hl. Jungfrau und Märtyrerin Katharina. - Sa. 30. Nov. Fest des hl. Apostels Jesu, Bruder des hl. Petrus, und verkündete vielerorts die Frohbotschaft. Kirchliches Leben im Bistum Einführung der Kirchensteuer in der sudeten­ deutschen Administratur. Bischof Simon Kon­ rad hat an die Katholiken der Administratur ein Hirtenwort gerichtet, in dem er die Erhe­ bung der Kirchensteuer in diesem Gebiet an­ kündigt. Die Abgabe ist notwendig zur Instand­ haltung der Gotteshäuser und deren Einrich­ tung, der gottesdienstlichen Gewänder und Ge­ rätschaften, für Wohnung und Unterhalt der Priester. "Ich habe," so sagt der Bischof, "zu Euch das Vertrauen, daß Ihr nicht zurückstehen werdet hinter Euren Vätern weder in der Treue zu Eurem angestammten Glauben noch in der Opferfreudigkeit, mit der sie für die Got­ teshäuser und den Gottesdienst gesorgt haben. Wer teilhaben will am Erlösungsopfer des Herrn auf Golgatha und an der Gemeinschaft der Erlösten, der darf dieses kleine Opfer nicht scheuen. Dessen Leistung ist zugleich ein öffent­ liches Bekenntnis zu Christus und seiner Kirche." Feier der Ewigen Anbetung. Das Bischöfl. Ordinariat hat angeordnet, daß wegen der Bei­ behaltung der sog. Sommerzeit ab 11. Novem­ ber die Feier der Ewigen Anbetung in allen Kirchen jeweils von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends dauern soll. Auch die Nachtanbetung in den Klöstern verschiebt sich dementsprechend um eine Stunde. Ablaß für den Missionssonntag. Ein Ablaß von 7 Jahren ist für alle Gläubigen verliehen, die am genannten Tag einem Gottesdienst für die Missionen andächtig und reumütig beiwoh­ nen und dabei für die Bekehrung der Ungläu­ bigen beten. Neuer Domkapitular. Das Domkapitel Passau wählte am 8. 11. für den wegen Beförderung ausscheidenden Domkapitular Josef Englhart den Stadtpfarrer Geistl. Rat Martin Breinbauer von Grafenau zum Domkapitular. Bischof Simon Konrad hat die Wahl bestätigt. In Kürze berichtet Großen Eifer zeigten die Pfarrkinder von Frauenau, als die Seelsorger alle vier Stände nacheinander zu religiösen Tagen einluden. An die 1300 haben insgesamt die seelische Erneue­ rung in Christus vollzogen. Besonders erfreu­ lich war die gute Aufnahme, die die Anregung bei der Jugend fand. Man hätte diese Jung­ männer beten hören müssen! Die schönste Frucht der Erneuerung wäre nun die blei­ bende Treue recht Vieler in der Erfüllung der Sonntagspflicht und in eifrigem Sakramentenempfang. — Von Christkönig bis zum Aller­ seelensonntag fand in Margarethenberg eine schöne religiöse Woche statt. Die anschaulichen und volkstümlichen Predigten von Jesuiten­ pater Gensert-München haben bei den zahl­ reichen Kirchenbesuchern sehr erbauend und aufmunternd gewirkt. Die Hochschätzung des hl. Meßopfers und der hl. Sakramente, sowie des Gebetsapostolats zur Heiligung der Fami­ lie haben eine reiche Förderung erfahren. — Beim 40stündigen Gebet in Kößlarn wurden in einem Predigtzyklus verschiedene Kernfra­ gen unseres Glaubens behandelt. Die tief­ gehenden und zeitnahen Ausführungen erweck­ ten bei den Zuhörern großes Interesse. — In Julbach wurde das Fest des hl. Leonhard mit Pferdesegnung und Umritt in herkömmlichfeierlicher Weise begangen. Zahlreich war der Empfang der hl. Sakramente. Die Festpredigt hielt ein Kapuzinerpater aus Braunau. — Die kunstvolle Sandsteingruppe an der Westfassade der Kirche zu Aldersbach wurde durch das Kon­ servatorium in München von Münchener Stuk­ kateuren gereinigt und ergänzt. Die stark ver­ nachlässigte Lorettokapelle bekam durch ein neues Dach und neuen Verputz wieder ein würdiges Äußere. Ebenso wurden in der sehenswerten Portenkapelle die Beschädigun­ gen an Wänden und Säulen noch vollständig behoben. Religiöse Vorträge in Passau Für alle Stadtpfarreien von Passau finden am Dienstag, 26., Mittwoch, 27., und Don­ nerstag, 28. Nov., abends 19.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Paul religiöse Vor­ träge statt. Redner ist der bekannte Dom­ prediger Karl Abenthum von München. Thema der Vorträge: Christus in der Familie. Alle erwachsenen Katholiken, besonders aber die katholischen Eltern sind zu recht zahlreicher Teilnahme eingeladen. Sieg der Wahrheit Ein junger, christlich gewordener Koreaner wollte auch seine Frau bereden, Christin zu werden. Sie wehrte sich jedoch leidenschaftlich und weigerte sich, etwas von der christlichen Lehre auch nur anzuhören. Ihr Mann sprach nun nichts mehr vom Christentum, betete aber desto mehr für seine Frau. Eines Tages er­ klärte sie, sie wolle die Taufe empfangen. "Wie kannst du dich taufen lassen", erwiderte ver­ wundert ihr Mann, "da du die christliche Reli­ gion nicht kennst?" "Ich kenne sie", entgegnete die Frau, "wenn du an den Sonntagen zum Unterricht gingst, schlich ich dir nach und lauschte an der Türe. Man hatte mir abscheuliche Dinge über die christliche Religion erzählt; ich habe aber aus dem Katechismusunterricht gemerkt, daß sie schön und heilig ist." Naturwissenschaft und Glaube. Unter den älteren Christen gibt es immer noch solche, die zu ringen haben mit jenen naturwissenschaftlichen Einwänden, die man vor 40 und mehr Jahren gemacht hat gegen den christlichen Schöpfungsglauben. Eine materialistisch-mecha­ nische Entwicklungslehre behauptete damals, daß der Mensch mit Leib und Seele vom Affen abstamme und glaubte so alle Welträtsel gelöst zu haben. Heute vertreten namhafte Naturfor­ scher gerade den gegenteiligen Standpunkt: daß viel eher die Affen eine Abirrung vom Men­ schen sein können als umgekehrt! Mag nun dem sein wie ihm wolle, Tatsache ist für uns als gläubige Christen, daß auf keinen Fall die menschliche Geistseele durch rein mechanische Entwicklung aus dem Tiere erklärt werden kann, sondern daß sie aus einen Schöpfungsakt Gottes zurückgeht. Ob nun Gott diese Geist­ seele der toten Materie oder einem lebenden Tierorganismus eingesenkt hat, ist von recht untergeordneter Bedeutung. Wer sich übrigens mit diesen naturwissenschaftlichen Fragen näher befassen will, dem sei das Aprilheft der Mün­ chener Monatsschrift "Natur und Kultur" warm empfohlen. Kriegswinterhilfswerk 1940/41 ───────────────────────────── Kriegswinterhilfswerk 1940/41 Jiittfk 2>ein Cpfei Mist den sieg erringen.